Architektonische Gestalt:

Der Korridor nimmt seinen Ausgang von der großen Zeremonialhalle (Halle A) des Königspalastes. Durch den 41 Meter langen, abfallenden Gang war von dort aus die Königsgruft erreichbar. Vom Niveau des Palastobergeschosses führte zunächst eine Treppe hinab zum Anfang des Korridors. An deren Fuß befand sich die erste einer Serie von drei hölzernen Türen, die den Korridor in regelmäßigen Abständen unterteilten. Die hohen Mauern, die den Korridor beiderseits flankierten gehören zum Fundamentierungssystem des Palastes. Der Korridor war mit einer Holzbalkendecke in einer Höhe von drei Metern versehen. Diese war dem Gefälle des Korridors entsprechend leicht abschüssig angelegt. Der Fußboden des Korridors erreichte am Ende des Ganges eine Tiefe von sieben Metern unter den Palastfußböden. Der Korridor endet vor der nördlichsten Abschlussmauer der Palastterrasse. Hier knickt er im Inneren der Palastterrasse rechtwinklig ab und öffnet sich auf die tiefer liegende Vorkammer der Königsgruft.

Der Korridor stellt einen symbolischen Verbindungsweg vom Diesseits und dem Palast der lebenden Könige in die Unterwelt, wo die toten Könige residierten.



Die Funde im Korridor:

Im Füllschutt des Korridors wurde eine große Anzahl von interessanten Funden geborgen. Die meisten von ihnen stammen aus dem Erdgeschoss der darüber liegenden Palasträume und sind während der Zerstörung des Palastes in den Korridor hinabgestürzt. Da das Holzdach des Korridors brannte und kollabierte, ist das Inventar der oberen Räume in diesen Schutt aus verbrannten Balken und verstürzten Lehmziegeln hinein gefallen. Unter den Funden sind mehrere Kalzitgefäße hervorzuheben und insbesondere die 73 Tontafeln, die aus der Kanzlei des Königs Idanda von Qatna stammen müssen. Die Keilschrifttafeln belegen, dass die Zerstörung des Palastes und die damit verbundene Verschüttung der Königsgruft in der Zeit um 1340 vor Christus erfolgt sein muss.